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Am Lake Eyasi, südlich des Ngorongoro-Massivs, zwei Autostunden von Karatu entfernt, lebt das Volk der Hadza, auch Hadzabe, was so viel heißt wie „wir Menschen“. Ein Besuch bei den Hadza ist in jeder Hinsicht eindrucksvoll. Warum ist das so?

Die Hadza sind nicht nur die letzten Buschmänner Ostafrikas, sondern einige Hundert von ihnen haben sich bis heute für eine Lebensform entschieden, die beinahe steinzeitlich anmutet. Sie nutzen kaum Werkzeuge. Das wenige, was sie tatsächlich heutzutage kaufen, sind eiserne Pfeilspitzen, Messer und manche der Jüngeren tragen teilweise textile Kleidung. Sie leben nomadisch, weichen den Regenfällen aus und bauen traditionelle Hütten aus Naturmaterialien. Sie halten kein Vieh und ernähren sich ausschließlich aus der Natur, indem sie wilde Kleintiere und Vögel erlegen und essbare Pflanzen sammeln. So weit, so spannend.

Noch viel interessanter ist ihre Lebensgemeinschaft: Die Gesellschaft lebt egalitär und ohne soziale Hierarchie. Entscheidungen werden im Konsens gefällt. Männer und Frauen sind gleichberechtigt.

Bei Ihrem Besuch dürfen Sie den Hadza bei ihrer traditionellen Lebensweise über die Schulter schauen. Sehr früh am Morgen verlassen Sie Ihr Camp und Ihr Guide bringt Sie zu dem Ort, wo die Hadza zurzeit lagern. Sie dürfen mit auf die Jagd gehen, sind beim anschließenden Mahl Zuschauer und können später (zur Belustigung der Teenager unter den Hadza) Ihr Können mit Pfeil und Bogen unter Beweis stellen.

Für alle, die mehr wissen möchten, hat beispielsweise Wikipedia einen tollen Beitrag zum Thema.

„Ich habe lange nicht so viele zutiefst zufriedene Gesichter innerhalb einer Gruppe gesehen. Mir scheint diese restlos gleichberechtigte, uralte Lebensform auf eine seltsame Weise sehr nahe an dem Ideal zu sein, nach dem wir in unseren westlichen Demokratien streben.“ (Maren Brenneke)

Im gleichen Atemzug mit den Hadza werden oft die Datoga genannt, eine weitere Volksgruppe am Lake Eyasi. Die Datoga leben viel näher an der Zivilisation und sind vor allem in der Art der Gesellschaft von den Hadza grundverschieden: Das männliche Familienoberhaupt heiratet im Laufe seines Lebens 10 bis 20 Frauen – so viele er sich eben leisten kann, sie ernähren zu können – die mit deren Kindern und dem Häuptling eine Zweck-Gemeinschaft bilden. Sie besuchen die Datoga nach vorheriger Anmeldung und Sie werden nicht ohne höfliche Gastgeschenke in Form von Lebensmitteln aus Karatu, die Ihr Guide frisch einkauft, vorbeischauen. Die Datoga werden Sie mit Freude empfangen und sie schildern gerne ihre Lebensweise und ihren Alltag.

„Wir dürfen als Gäste kurze Einsicht nehmen und können uns eigentlich kein Urteil erlauben. Ich habe mich trotzdem gefragt, ob Frauenrechte im Jahr 2020….es ist schwierig und eine Auseinandersetzung notwendig!“ (Maren Brenneke)